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Hochtouren – aber richtig

Im Juli 2014 hat unser Vorsitzender, Klubvorsitzender DI Rudi Schicker, den Übungsleiterkurs Hochtouren der NATURFREUNDE Bundesorganisation absolviert. Über seinen ganz persönlichen Zugang erzählt er in diesem Bericht.

September 1973: Jungbergsteiger Eiskurs auf der Hochgebirgsschule der NATURFREUNDE. Ich absolviere meinen ersten Kurs für das Gehen auf Gletschern - Sicherungstechnik und Rettungstechnik stehen auf dem Programm. Ich hatte zwar schon viele Hochtouren hinter mir, darunter das Matterhorn, den Großglockner und die Wildspitze. Jedoch die Erfahrung allein ersetzt nicht das Wissen und die Ausbildung auf modernstem Stand. Damals waren die Eisteufel das non plus ultra bei den Eisschrauben und boten ¼ Stunde Sicherheit; Sitz- und Brustgurt waren zum Standard geworden. Das war für mich neu, aber zweifellos sinnvoll. Die Übungen auf dem Eis haben uns die Augen für die Vorteile der neuen Ausrüstung geöffnet.

 

Das Wissen aus diesem Kurs auf der Hochgebirgsschule hat mir für viele, viele Jahre Sicherheit bei zahlreichen schönen Bergtouren verschafft - in Europa, Afrika, Asien oder Südamerika. Doch die Technik, die Ausrüstung, die Rettungstechnik und auch die Erste Hilfe haben sich seither stark verändert.

 

So habe ich mich nach 40 Jahren wieder entschlossen, erneut eine Ausbildung für Hochtouren zu durchlaufen. Die NATURFREUNDE Bundesleitung bietet derartige Kurse an. Der Hochtouren Kurs bringt einem im Laufe einer Woche die wesentlichen Punkte für sichere Bergtouren im Hochgebirge mit der neuesten Ausrüstung, der aktuellen Sicherungs- und Bergetechnik und selbstverständlich Orientierung, Wetterkunde und Tourenplanung sowie Erste Hilfe bei. Wir waren eine Woche auf der Warnsdorfer Hütte im Großvenediger-Gebiet unterwegs. Alles wird in Erinnerung gerufen, die Knoten durchgespielt - ob weiches Auge oder Butterfly -, auch die Rettungstechniken - Sanduhr oder Münchhausen - werden geübt. Spannend auch, was sich in den letzten Jahren bei der Ersten Hilfe alles verändert hat.

Der einwöchige Kurs ist fordernd, letztlich wird mir aber deutlich vor Augen geführt: Gut, dass ich schon einmal einen Kurs gemacht hatte, noch besser meine langjährige Praxiserfahrung, doch am Besten die neuesten Erkenntnisse in Fels und Eis kennen und anwenden zu lernen.

Der Kurs beinhaltet auch eine Abschlussprüfung. Besteht man diese Prüfung, ist man berechtigt, als Übungsleiter Touren der NATURFREUNDE zu führen. Und das traue ich mir jetzt auch wieder. Ich hab’s im August auch noch ausgenützt: Dachstein und Großglockner hab' ich trotz der schlechten Wetterbedingungen noch bezwungen.

Ich freue mich schon darauf, in der kommenden Saison für die NATURFREUNDE Wien Hochtouren anbieten zu können. Wohin, wird noch nicht verraten.

Ich kann nur allen Interessierten empfehlen, diesen Kurs ebenfalls zu besuchen. Die NATURFREUNDE veranstalten diesen Übungsleiterkurs 2015 sicher wieder.

 

Rudi Schicker

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