Ob als Spieler, Organisator oder Fachreferent – Rainer Hirk lebt Tischtennis mit großer Leidenschaft. Im Gespräch erzählt er von seiner Motivation, unvergesslichen Matches und seinen Wünschen für die Zukunft des Tischtennissports.
Du hast 2019 die Tischtennisgruppe übernommen und wurdest kurz darauf in den Landesvorstand gewählt. Wie kam es dazu?
Es hat sich im Rahmen der Gründung der Ortsgruppe TTK Naturfreunde Stadlau ergeben, dass ich gemeinsam mit Gerald Brunner die Vereinsführung übernommen habe. Da war es der logische Schritt, dass ich mich auch im Landesvorstand einbringen wollte und auch das Fachreferat Tischtennis übernommen habe.
Was hat dich damals motiviert, neben dem Sport auch organisatorische Verantwortung zu übernehmen?
Mir war wichtig, die positive Entwicklung der letzten Jahre weiterzuführen und den Erfolg langfristig abzusichern. Ich wollte meinen Teil dazu beitragen, dass sich die Tischtennisgruppe nachhaltig weiterentwickelt und gute Rahmenbedingungen für alle Mitglieder geschaffen werden.
Du bist selbst aktiver Tischtennisspieler. Was fasziniert dich an dieser Sportart bis heute?
Das hohe Tempo und die schnelle Reaktion (Tischtennis ist die schnellste Rückschlagsportart der Welt), die taktische Vielfalt, aber auch die Gemeinschaft und das Vereinsleben rundherum.
Wann hast du selbst mit Tischtennis begonnen? War das eher Zufall oder Liebe auf den ersten Ballwechsel?
Schon als Kind habe ich immer im Garten mit meinem Vater Tischtennis gespielt. In der Schule habe ich dann in der Tischtennisgruppe gespielt und bin dann etwas später zu meinem ersten Verein gekommen.
Auf welche sportlichen Erfolge blickst du besonders gerne zurück?
Den Aufstieg in die Landesliga im Jahr 2013 bzw. in die Bundesliga im Jahr 2022 und vor allem auf den Wiener Meistertitel im Einzel der allgemeinen Klasse im Jahr 2023.
Was hast du durch den Sport fürs Leben gelernt?
Disziplin und Durchhaltevermögen sowie Fairness und Respekt gegenüber den Gegnern. Mit Niederlagen umgehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Wie unterscheidet sich die Rolle als Spieler von jener als Referent?
Statt Konzentration und Fokus auf den Ball im Match steht Organisation und Überblick über alle Geschehnisse in der Tischtennisfamilie im Vordergrund.
Was macht die Tischtennisgruppe der Naturfreunde Wien besonders?
Die freundschaftliche, familiäre Atmosphäre. Wir sind offen für alle Spielstärken und Altersgruppen.
Was macht dir an deiner ehrenamtlichen Tätigkeit am meisten Freude?
Menschen zusammenzubringen und bestmögliche Rahmenbedingungen für einen guten Spielbetrieb zu schaffen. Es freut mich besonders, wenn sich neue Mitglieder schnell integrieren und alle gerne zum Training oder zu Wettkämpfen kommen.
Wie hat sich der Tischtennissport in den letzten Jahren verändert?
Tischtennis ist in den letzten Jahren sicherlich schneller, athletischer und körperlich anspruchsvoller geworden. Besonders die Einführung des Plastikballs im Jahr 2018 hat das Spielverhalten deutlich verändert.
Was wünschst du dir für die Zukunft der Tischtennisgruppe?
Mehr junge Mitglieder und frischen Wind. Dass wir die Gruppe stabil und lebendig halten. Viele sportliche Erfolge auf Wettkampfebene.
Wie kann man junge Menschen heute für Tischtennis begeistern?
Durch ein attraktives Nachwuchstraining und niederschwellige Schnupperangebote. Wichtig ist aber auch, den Spaß am Sport und die Gemeinschaft im Verein zu vermitteln. Wer einmal regelmäßig spielt, merkt schnell, wie vielseitig und abwechslungsreich Tischtennis ist.
Beruflich arbeitest du in einem analytischen Umfeld. Gibt es Fähigkeiten aus deinem Beruf, die dir auch im Sport oder im Ehrenamt helfen?
Strukturiertes Arbeiten hilft mir bei der Organisation der Tischtennisgruppe. Analytisches Denken unterstützt mich bei der Spielanalyse und der taktischen Vorbereitung. Das erleichtert viele Entscheidungen – sowohl am Tisch als auch daneben.
Umgekehrt: Gibt es Dinge, die du durch den Sport gelernt hast und heute im Beruf nutzt?
Stressresistenz in schwierigen Situationen, Teamfähigkeit und Zusammenarbeit. Außerdem habe ich gelernt, auch unter Druck konzentriert zu bleiben und nach Rückschlägen den Fokus schnell wieder auf die nächste Aufgabe zu richten.
Wenn dich deine Vereinskolleg*innen mit drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?
Analytisch, verlässlich, humorvoll.
Gibt es einen Gegner oder ein Match, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Zwei besonders spezielle Spiele. Das Finale der Wiener Meisterschaften, das ich im Entscheidungssatz 17:15 gewonnen habe und dabei zahlreiche Matchbälle abgewehrt habe. Und dann noch ein Auswärtsspiel in der 2. Bundesliga in Salzburg, wo ich 2:0 in Sätzen geführt habe und in Summe 11 Matchbälle nicht nutzen konnte. Aufgrund dieser einen Niederlage haben wir den Aufstieg ins obere Playoff um eine Einzelpartie verpasst.
Was machst du, wenn du einmal nicht an Tischtennis denkst?
Arbeiten und vor allem Zeit mit Familie und Freunden verbringen.
Hast du einen sportlichen Leitsatz oder ein Motto?
„Niemals aufgeben – auch nicht bei 0:10.“ Und: „Spiele den nächsten Ball, als würde es 0:0 stehen.“
Zum Schluss: Gibt es etwas über dich, das viele nicht wissen?
Ich habe eigentlich keine Geheimnisse.
Was ist deine größte „Tischtennis-Macke“ – gibt es etwas, das vor keinem Spiel fehlen darf?
Die lange Noppe auf der Rückhand.